Anhänger Silberanhänger Kettenanhänger  Frauen WM  Krystall Halskette & Ohrringe "Hellblau"   Sommerspil  JOBO Damen Armbanduhr Quarz Analog Titan (Weiß / silberfarben)  Jacks or Better  Einhänger Charm Herz  Sportuhr mit Farb-LED (Schwarz)

 


Wir liebten uns. Ich saß an deinem Bette

Geschrieben von Sera2012 am 7. Juni 2019 04:23 Uhr

    

FREITAG_PAPAGEIEN_und_BILDtext_fliegt_die_kleine_EULE.gif
Heute ein Gedicht von:

Detlev von Liliencron (1844-1909)
Wir liebten uns. Ich saß an deinem Bette
und sah auf deinen todesmatten Mund.
Dein Auge suchte mich an irrer Stätte:
hörst du den Sensenschnitt im Wiesengrund?
Und Pfingsten rings. Die Stadt war ausgeflogen
in hellen Kleidern und im Frühlingshut.
Wir waren um den schönsten Tag betrogen;
o Tag sei gnädig ihrer Fieberglut.
Zu deinem Haupte bog, zu deinen Füßen
bog sich ein grünes Birkenbäumchen vor;
sie sollten dich vom heiligen Leben grüßen,
ein letzter Gruß dir sein am schwarzen Tor.
Ich hatte sie für dich geschnitten,
an einer Stelle, die dir wohlbekannt,
zu der wir ausgelassen oft geschritten,
an der wir oft gesessen Hand in Hand.
An jenem Orte steht eine alte Weide,
vor Neid und Sonne unsre Schützerin;
da ist es still, und überall die Heide,
am Ginster zittert die Libelle hin.
Ein Wasser schwatzt sich selig durchs Gelände,
ein reifer Roggenstrich schließt ab nach Süd;
da stützt Natur die Stirne in die Hände
und ruht sich aus von ihrer Arbeit müd.
Weißt du den Abend noch, wir saßen lange,
ein nahendes Gewitter hielt uns fest
an unserm Weidenbusch, du fragtest bange,
es klang so zag: Und wenn du mich verlässt?
Sieh zu mir auf, beschirmt von Birkenzweigen:
ich war dir treu, wir haben uns geglaubt.
Aus Wüsten zieht, aus Wolken her das Schweigen,
die Sense sirrt, und sterbend sinkt dein Haupt.
liebe Grüße sendet Sera2012

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!